Kalkulation

5. Break-Even im Handwerk – Wie viel Umsatz braucht Ihr Betrieb wirklich?

Viele Handwerker kennen ihren Umsatz. Manche kennen sogar ihren Gewinn. Doch nur wenige kennen eine der wichtigsten Kennzahlen überhaupt:

Ab welchem Umsatz verdient mein Betrieb tatsächlich Geld?

Genau diese Frage beantwortet die Break-Even-Analyse.

Was bedeutet Break-Even?

Der Begriff „Break-Even“ bezeichnet den Punkt, an dem ein Unternehmen weder Gewinn noch Verlust macht.

Alle Kosten sind gedeckt.

Jeder zusätzliche Euro Umsatz erzeugt anschließend Gewinn.

Break-Even = Gewinnschwelle
Was bedeutet Break-Even?

Warum ist der Break-Even so wichtig?

Viele Unternehmer setzen sich Umsatzziele, ohne zu wissen, wie viel Umsatz überhaupt notwendig ist.

Das führt häufig zu Fehlentscheidungen.

Ein Jahresumsatz von 200.000 € klingt zunächst gut.

Wenn die Kosten jedoch ebenfalls 200.000 € betragen, bleibt am Ende nichts übrig.

Deshalb reicht es nicht, nur auf den Umsatz zu schauen.

Welche Daten werden benötigt?

Für die Berechnung des Break-Even-Punktes benötigen Sie:

  • Ihre jährlichen Fixkosten
  • Ihren durchschnittlichen Deckungsbeitrag

Die Fixkosten umfassen beispielsweise:

  • Miete
  • Versicherungen
  • Fahrzeuge
  • Software
  • Telefon
  • Steuerberater
  • Verwaltung
  • Unternehmerlohn
Welche Daten werden für die Break-Even-Analyse benötigt?

Ein einfaches Beispiel

Nehmen wir an, Ihr Betrieb verursacht jährlich folgende Fixkosten:

Kostenart Betrag
Miete 12.000 €
Fahrzeuge 9.000 €
Versicherungen 4.000 €
Software & Verwaltung 5.000 €
Unternehmerlohn 40.000 €
Gesamt 70.000 €

Die jährlichen Fixkosten betragen somit:

70.000 €

Der durchschnittliche Deckungsbeitrag

Aus den vorherigen Artikeln wissen wir bereits:

Deckungsbeitrag = Umsatz − variable Kosten

Nehmen wir an, Ihr durchschnittlicher Deckungsbeitrag beträgt:

40 %

Das bedeutet:

Von 100 € Umsatz bleiben durchschnittlich 40 € zur Deckung Ihrer Fixkosten übrig.

Die Break-Even-Formel

Die Berechnung lautet:

Break-Even-Umsatz = Fixkosten ÷ Deckungsbeitragsquote

Unser Beispiel:

70.000 € ÷ 0,40 = 175.000 €

Das Unternehmen benötigt also:

175.000 € Jahresumsatz, um die Gewinnschwelle zu erreichen.
Die Break-Even-Formel

Was bedeutet das in der Praxis?

Sobald der Betrieb mehr als 175.000 € Umsatz erzielt, beginnt er Gewinn zu erwirtschaften.

Umsatz Ergebnis
150.000 € Verlust
175.000 € Break-Even
200.000 € Gewinn
250.000 € höherer Gewinn
Was bedeutet Break-Even in der Praxis?

Wie viele Aufträge werden benötigt?

Jetzt wird es besonders interessant.

Angenommen, Ihr durchschnittlicher Auftrag hat einen Wert von:

5.000 €

Dann ergibt sich:

175.000 € ÷ 5.000 € = 35 Aufträge

Sie benötigen also ungefähr:

35 durchschnittliche Aufträge pro Jahr, um den Break-Even-Punkt zu erreichen.
Wie viele Aufträge werden für den Break-Even benötigt?

Vom Jahresziel zum Monatsziel

Viele Unternehmer denken in Jahreszahlen.

Für die Praxis sind Monatsziele jedoch hilfreicher.

In unserem Beispiel:

175.000 € ÷ 12 = 14.583 € pro Monat

Das bedeutet:

Erst ab rund 14.600 € Monatsumsatz werden die Fixkosten gedeckt.
Vom Jahresziel zum Monatsziel

Warum viele Betriebe ihre Ziele falsch setzen

Viele Unternehmer sagen:

„Dieses Jahr möchte ich 250.000 € Umsatz machen.“

Das ist jedoch kein Ziel, sondern lediglich eine Zahl.

Sinnvoller wäre:

„Mein Break-Even liegt bei 175.000 €. Mein Ziel sind 250.000 €. Damit plane ich 75.000 € Sicherheitsabstand.“

Plötzlich wird aus einem Wunsch ein konkreter Unternehmensplan.

Wie Haegent Core unterstützt

Haegent Core verbindet Kalkulation, Deckungsbeitrag und Projektzahlen miteinander.

Dadurch können Unternehmer deutlich schneller erkennen, ob sie sich ihrem Break-Even nähern oder bereits darüber liegen.

Statt nur Umsatz zu verfolgen, entsteht ein realistischer Blick auf die Wirtschaftlichkeit des Betriebs.

Break-Even Tachometer: Verlust, Kosten gedeckt und Gewinn

Fazit

Der Break-Even-Punkt gehört zu den wichtigsten Kennzahlen eines Handwerksbetriebs.

Wer seine Gewinnschwelle kennt, kann Preise besser kalkulieren, Umsatzziele realistischer planen und Entscheidungen auf Basis echter Zahlen treffen.

Denn am Ende zählt nicht, wie viel Umsatz geschrieben wird.

Entscheidend ist, ab wann Ihr Betrieb tatsächlich Geld verdient.

Praxis-Tipp

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Im letzten Artikel dieser Serie finden Sie zusätzlich einen kostenlosen Gemeinkosten-Rechner für Excel, mit dem Sie Ihre Gemeinkosten, fakturierbaren Stunden und Gemeinkosten pro Arbeitsstunde berechnen können.

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